Grundriss und Außenbau

Karlskirche VoldersGeht man um die Kirche herum, erkennt man den eigenartigen Grundriss und die ganz eigenwillige Wandgestaltung des Gotteshauses. Die Karlskirche stellt eines der wenigen Beispiele des Manierismus in Tirol dar. Der Manierismus ist eine Stilrichtung, die sich zwischen Renaissance und Barock schiebt. Es geht dabei um die Verfremdung von Formen. Architekturteile wirken zu groß oder zu klein, zu niedrig oder zu hoch, zu breit oder zu eng. Die Harmonie der Gesamtheit, die sich aus den wohl proportionierten Einzelteilen ergibt, wie dies in der Renaissance üblich war, wird aufgegeben. Meist zählt man die Kirche jedoch dem Barockstil zu.

Karlskirche Volders (Plan)

Den Plan entwarf Dr.Hippolyt Guarinoni selbst, wobei er vor allem den Petersdorm in Rom vor Augen hatte

Karlskirche Volders Karlskirche Volders

Der Eingang liegt im Westen, der Turm erstreckt sich im Osten. Ebenfalls im Osten ist auch der Hauptaltar zu finden. Die meisten Kirchen sind gegen Osten ausgerichtet, gegen Sonnenaufgang. Im Osten geht das Licht auf, das Licht bedeutet Leben und Leben wiederum bedeutet Christus, unsere Hoffnung für das ewige Leben. Christus ist am Tag der Auferstehung gegen Osten in den Karlskirche VoldersHimmel aufgefahren und wird am Tag des Jüngsten Gerichts aus dem Osten kommen. Das Wort "Orientierung" bedeutet das Ausrichten gegen Osten. Im Osten der Kirchen erhebt sich meist der Hauptaltar mit dem Allerheiligsten.

Der Hauptraum der Karlskirche bildet einen Kreis. Der Kreis gilt als das vollkommenste geometrische Gebilde, da er keinen Anfang und kein Ende hat und alle Punkte vom Mittelpunkt gleich weit entfernt sind. Damit wird er zum Symbol des Vollkommenen und Göttlichen.
Um diesen Kreis sind drei Halbkreise angeordnet, in denen sich Kapellen befinden: Ignatiuskapelle im Norden (links), Hauptaltar mit einem Bild des hl. Karl Borromäus im Osten (geradeaus), Franziska-Romana-Kapelle im Süden (rechts). Die drei Kapellen werden auch als Ausdruck der Allerheiligsten Dreifaltigkeit gesehen, die in der Einheit Gottes gipfelt.
Überwölbt wird der Hauptraum von einer mächtigen Rundkuppel, die von den drei Seitenkapellenkuppeln begleitet wird.
Direkt im Osten hinter dem Hauptaltarraum erhebt sich der eigenwillig gestaltete dreieckige Turm, der wiederum den Gedanken der Einheit in der Dreiheit aufzeigt.

Im Kirchenvorraum befinden sich zwei Grabkapellen, im Norden (links) jene der Familie Fieger und im Süden (rechts) jene der Familie Stachelburg.