Hl. Karl Borromäus (1538-1584)

Karlskirche Volders - Vorhalle (Karl Borromäus mit H. Guarinoni)Der italienische Heilige wurde in Arona nahe des Lago Maggiore geboren und studierte an der Universität von Pavia. 1560 ernannte ihn sein Onkel, Papst Pius IV., zum Erzbischof und Kardinal von Mailand.

Borromäus erwies sich als außergewöhnlich fähiger Verwalter und Diplomat. Das Konzil von Trient kam wesentlich auf sein Betreiben zustande. Bei diesem Konzil ging es um die Gegenreformation. Er nahm auch Einfluss auf dessen Beschlüsse und sorgte für ihre Durchführung. Borromäus setzte sich nachdrücklich für innerkirchliche Disziplin und die religiöse Unterweisung von Kindern ein. Zur Karlskirche Volders (Karl Borromäus im Kuppelfresko)Schulung der Priester und Laien gründete er mehrere Seminare und andere Einrichtungen.

Besonders intensiv bemühte er sich um Maßnahmen während der Großen Pest von Mailand (1576-1578), verschenkte seinen Besitz und konnte mit dem Geld zahlreichen Menschen das Leben retten. 1578 schuf Borromäus den Orden der Oblaten des heiligen Ambrosius. Der Kardinal galt als bescheidener, asketisch lebender Wohltäter mit einer großen Liebe zur Kunst. 1610 wurde er heilig gesprochen. Sein Namensfest fällt auf den 4. November.

Er gilt neben dem hl. Sebastian, dem hl. Rochus und der hl. Franziska Romana zu den großen Pestheiligen und wird als solcher verehrt. Die erste Kirche auf deutschsprachigem Boden ihm zu Ehren entstand in Volders.

Karlskirche Wien1713 wütete in Wien die Pest zum siebzehnten Mal und raffte über 8.000 Menschen hinweg. Kaiser Karl VI. gelobte, dem hl. Karl Borromäus eine Kirche zu stiften, sollte die Stadt von der Seuche erlöst werden. 1714 war die Pest erloschen und der Kaiser löste sein Gelübde ein, er ließ die prächtige Karlskirche vor den Toren der Stadt erbauen.

Darstellung: Meist als Erzbischof oder Kardinal in rot-weiß-roter Kleidung, als Attribut ein Kreuz und einen Totenschädel (Symbol der Vergänglichkeit). Gerne wird er auch in den Straßen von Mailand inmitten der Sterbenden und Toten abgebildet, oft hilft er sterbenden Kindern.